Schützenadler
Kalender der Schützengesellschaft Jena

Das Werden und Vergehen der Schützenbrücke

10. Mai 1881: (Di) In der Tagespresse ist zu lesen, daß die Schützengesellschaft beabsichtigt die Saale zu überbrücken, um damit einen bequemeren Zugang zum Schützenhaus und zu den Schießständen herzustellen. Es liegen bereits einige Projekte vor, die ohne Mittelpfeiler auskommen wollen. Bisher steht aber noch nicht fest, ob die Konstruktion als Hänge- oder Bogenbrücke ausgeführt wird. /JZ/
9. Juni 1881: (Do) Der Großherzogliche Direktor des II. Verwaltungsbezirkes, Schmith, fragt über eine Bekanntmachung in den Tageszeitungen etwaige Einwendungen zur Erbauung einer eisernen Fußgängerbrücke über die Saale und die Platzierung ihrer Pfeiler auf Gemeindeareal ab. /JZ/
13. Juni 1881: (Mo) Die Tagespresse berichtet, daß die Zeichnungen zum Projekt der eisernen Fußgängerbrücke zur Genehmigung beim Direktor des II. Verwaltungsbezirkes eingereicht worden sind. Nach Genehmigung könnte die Brücke innerhalb weniger Wochen hergestellt werden. /JZ/
22. Juni 1881: (Mi) Der Gemeinderat genehmigt die unentgeltliche Überlassung von Gemeindeareal für den Brückenbau der Schützengesellschaft und stimmt auch der Verpflichtung zur Unterhaltung des stadtseitigen Weges und Platzes vor der Brücke zu.
3. Aug. 1881: (Mi) In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates wird unter Punkt 13) Die Eingabe der Schützenbrücken-Baugesellschaft bezüglich der Unterhaltung des Zugangsweges zu der im Paradies zu erbauenden Fußgängerbrücke behandelt. Für die Herstellung dieses Zugangsweges werden 758 Mk. und 33 Pf. bewilligt. /JZ/
8. Aug. 1881: (Mo) Generalversammlung der Brückenbaugesellschaft abends 8 Uhr im "Deutschen Haus".
9. Aug. 1881: (Di) Mit dem Bau der Brücke im Paradies ist begonnen worden. Die Fertigstellung ist für Mitte Oktober vorgesehen, aber die Einweihung bzw. Inbetriebnahme kann frühestens im Februar 1882 erfolgen, weil der Pachtvertrag mit dem Saalefischer Münster erst zu diesem Zeitpunkt endet.
4. Jan. 1882: (Mi) In der Quartalversammlung werden die Verhältnisse zwischen der Brückenbau-Gesellschaft und der Schützengesellschaft neu geregelt. Nach der Auflösung der Brückenbaugesellschaft übernimmt die Schützengesellschaft deren Rechte und Pflichten.
13. Feb. 1882: (Mo) Die Einweihung der eisernen Fußgänger-Brücke im Paradies findet nachmittags 2½ Uhr statt (siehe Festprogramm). Die Schützen taufen das Bauwerk auf den Namen "Schützenbrücke", später auch "Schützensteg" genannt (siehe Abb. 4 und Abb. 5).
4. März 1882: (Sa) Der Großherzogliche Sächsische Direktor des II. Verwaltungsbezirkes genehmigt den Tarif für die Brückenzollerhebung bei der Schützenbrücke.
17. April 1882: (Mo) Der Anstrich der Schützenbrücke soll auf dem Weg der Submission vergeben werden. Die Bedingungen sind beim Vorstand der Schützenbrücken-Gesellschaft einzusehen.
13. Aug. 1882: (So) Die Nützlichkeit der Schützenbrücke stellt sich beim Vogelschießen das erste Mal unter Beweis. Allerdings wird berichtet, daß sie zuweilen "mit dem Kopf schüttelt".
Während dieser Festtage wird für die Brücke kein Zoll erhoben.
31. Jan. 1883: (Mi) Auszahlung der Zinsen der Schuldurkunden am Vormittag ab 11 Uhr im unteren Zimmer der "Rose".
1. März 1883: (Do) Veröffentlichung eines Nachtrags zum Tarif für die Brückengelderhebung.
Als Brückenzollerheber fungierte der Invalide Steinbrücker.
17. Okt. 1883: (Mi) Der Gemeinderat gestattet der Schützengesellschaft die Herstellung einer Gasleitung und Anbringung von Laternen zur Beleuchtung der Schützenbrücke. Für jede Laterne ist ein jährlicher Betrag von 20 Mark zu entrichten, eine Kostenübernahme für die Errichtung wird abgelehnt, die Laternen sollen von den städtischen Laternenwächtern mit besorgt werden.
21. Jan. 1884: (Mo) Vormittag 10 Uhr werden im Gasthof "Zum goldenen Engel" Zinsen auf die Schuldurkunden der Schützenbrücke ausbezahlt.
28. Nov. 1884: (Fr) Generalversammlung um 20 Uhr. Der einzige Tagesordnungspunkt "Brückenangelegenheit" dient der Vorbereitung eines Antrages der Schützengesellschaft an den Jenaer Stadtrat wegen Befreiung vom Brückenzoll. Dieser Antrag sollte auf der öffentlichen Sitzung am 17.12. verhandelt werden, wegen Zeitmangel wurde das allerdings vertagt (siehe 14.01.1885).
Das Schützenhaus dient oft als Veranstaltungsort für andere städtische Gesellschaften, z.B. die Bäckergesellen oder den Bürgerverein. Das obligatorische Brückengeld für die Schützenbrücke wird spät abends erlassen bzw. durch die jeweilige Gesellschaftskasse getragen.
14. Jan. 1885: (Mi) Auf der Sitzung des Gemeinderates wird der erwähnte Antrag der Schützengesellschaft behandelt (siehe 28.11.1884). Geschlossene Gesellschaften werden zukünftig pauschal zur Zahlung des Brückenzolls herangezogen. Gäste des Schützenhauses können nicht generell davon befreit werden.
11. Jan. 1886: (Mo) Die Auszahlung der Zinsen für die Brückenschuldurkunden findet von früh 10 Uhr ab auf dem Schützenhause statt.
12. Jan. 1887: (Mi) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet von Vormittag 10 bis 12 Uhr auf dem Schützenhause statt.
9. Jan. 1888: (Mo) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet von Vormittag 10 bis 12 Uhr in dem Schützenhause statt.
7. Jan. 1889: (Mo) Die Auszahlung der Zinsen für die Brückenschuldurkunden findet von Vormittag 10 Uhr an im Schützenhause statt.
6. Jan. 1890: (Mo) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet von Vormittag 10 bis 12 Uhr im Schützenhause statt.
25. Nov. 1890: Das Saalehochwasser erreicht an der Schützenbrücke einen Stand von 3.12 m über dem Normal-Pegel des Flusses. Die Brücke entgeht dabei nur knapp einer Überspülung, was wahrscheinlich zu ihrer Zerstörung geführt hätte... (Unterkante des Laufsteges: 3.28 m ü.NP).
12. Jan. 1891: (Mo) Die Auszahlung der Zinsen für die Brückenschuld-Urkunden findet am Vormittag von 10 bis 12 Uhr im Schützenhaus statt.
8. Jan. 1892: (Fr) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet nur heute Vormittag von 10 bis 12 Uhr im Schützenhaus statt.
1892: Brückengeldeinnehmer ist Hermann Steinbrücker.
11. Jan. 1893: (Mi) Die Brückenzinsen werden von 10 bis 13 Uhr im Schützenhaus ausbezahlt.
21. Sept. 1893: (Do) Der Gemeinderat von Jena beriet in seiner Sitzung die spätere Übernahme der Schützenbrücke durch die Stadt. Die Brückengesellschaft übergab dazumal das Bauwerk an die Schützengesellschaft. In einem Vertrag mit der Stadt Jena hat die Schützengesellschaft vereinbart, daß zuerst mit dem "Brückenzoll" die Anlagekosten getilgt werden sollen. Danach wird ein Reservefonds von 20.000 Mark errichtet und samt Brücke an die Stadt übergeben. Die Stadt verpflichtete sich seinerseits die Brücke zu erhalten und ggf. wiederherzustellen. Diese Übergabe könne vertragsgemäß nicht vor 1904 erfolgen.
10. Jan. 1894: (Mi) Die Zinsen für die Brücken-Schuldurkunden werden in der Zeit von 10 bis 12 Uhr im Schützenhaus ausgezahlt.
20. März 1894: (Mi) Auf der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates zu Jena wurde im Tagesordnungspunkt 5 der Vertrag mit der Schützengesellschaft wegen Übernahme der Schützenbrücke behandelt. Der Vertragsentwurf der Schützengesellschaft wird nach Prüfung durch den Finanzausschuß mit einer Reihe von Änderungen zur Annahme empfohlen.
9. Aug. 1894: (Do) Die Sitzung des Gemeinderates berät im Tagesordnungspunkt 13 den neuerlichen Vertragsentwurf zur Übernahme und dauernden Unterhaltung der Schützenbrücke durch die Stadt. Einem von der Schützengesellschaft vorgelegter Vertragsentwurf wird vom Gemeinderat unter einigen Vorbehalten zugestimmt. Allerdings werden alle Änderungen durch die Schützengesellschaft abgelehnt. Für den Reservefonds der Schützenbrücke ist bereits das 19. Tausend angesammelt worden. Damit könnte die Übergabe an die Stadt Jena innerhalb der vereinbarten Laufzeit von 20 Jahren bereits 1902 oder 1903 erfolgen.
9. Jan. 1895: (Mi) Auszahlung der Brückenzinsen von 10 bis 12 Uhr im Schützenhaus.
15. Jan. 1896: (Mi) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet abends von 8 Uhr an im Schützenhaus statt.
11. Jan. 1897: (Mo) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet nur an diesem Tag in der Zeit von ½11 bis 12 Uhr im Schützenhaus statt.
12. Jan. 1898: (Mi) Die Auszahlung der Brückenzinsen findet von 10 Uhr an im Schützenhaus statt.
14. Mai 1899: (So) Wieder eine reizende Ansichtspostkartenneuheit von Jena wird uns von der Döbereinerschen Buchhandlung Nachf. Rassmann vorgelegt. … das wundervolle Paradiespanorama mit der spiegelglatten Saale, den schattenspendenden Baumgruppen und der leichtgebogenen Schützenbrücke, die der Szenerie in Natur und Abbild immer zu einer besonderen Zierde gereicht. Im Hintergund erhebt sich der Jenzig, über dem ein herrlich bewölkter Himmel thront. … Ausführung in Radiermanier … weitere Sujets im gleichen Genre im Verlauf des Sommers …
15. Mai 1901: (Mi) Übergabe der Schützenbrücke an die Stadt Jena in Anwesenheit des großherzoglichen Bezirksdirektors Schmid, des Jenaer Oberbürgermeisters Singer, des Bürgermeisters Dr. Wagner, des Gemeinderatsvorsitzenden Kommerzienrat Köhler und des Vorstandes der Schützengesellschaft - siehe Commerslied. Sie verkörpert einen Wert von 20.000 Mark (Brücke siehe Abb. 4 und Abb. 5). Preisschießen ab 4 Uhr nachmittags. /2/ /10a/
5. Sept. 1901: Bekanntmachung, betreffend den Verkehr der Schützenbrücke. „In gegebener Veranlassung wird darauf hingewiesen, daß die Schützenbrücke nur dem Fußgängerverkehr dient, daher für Wagen aller Art, Fahrräder und andere Fahrzeuge gesperrt ist und daß demnach Fahrräder, Kinderwagen pp. auch nicht über die Brücke getragen werden dürfen. Zuwiderhandlungen werden gemäß § 366 Ziffer 10 des Strafgesetzbuchs bestraft.” - Der Gemeindevorstand, II. Bürgermeister: Dr. Wagner.
25. Okt. 1901: Bekanntmachung, betreffend das Befahren der Schützenbrücke. „Bis auf Weiteres und vorbehaltlich jederzeitigen Widerrufes soll zur Erleichterung des Verkehrs die Polizeiverordnung vom 5. September 1901, betreffend das Befahren der Schützenbrücke, insofern nicht geahndet werden, als es gestattet sein soll, Fahrräder einzeln über die Brücke zu schieben oder zu tragen. Für die Zeiten des Vogelschießens und anderen in der Nähe der Brücke stattfindenden Veranstaltungen, infolge deren ein reger Verkehr über die Brücke stattfindet, ist die genannte Polizeiverordnung jedoch ihrem vollen Umfang nach zu beachten.” - Der Gemeindevorstand, II. Bürgermeister: Dr. Wagner.
25. Jan. 1902: (Sa) Mit der Freigabe der Schützenbrücke waren auch die Tage des dort befindlichen kleinen Einnehmerhauses gezählt. Jetzt endlich ist das seitdem leer stehende Gebäude, welches nichts weniger als eine Zierde des Paradieses bedeutete, beseitigt worden.
Für den Abbruch des Einnehmerhauses, den Anstrich der Schützenbrücke und das Herrichten des stadtseitigen Aufganges zur Brücke wurden 975 Mark in den Haushalt der Stadt Jena eingereiht.
4. April 1902: (Fr) Die Schützenbrücke wird mit einem neuen Brückenkopf aus Sandstein und einem eisernen Geländer versehen. Über dem Zugang erhebt sich ein schmiedeeisernes Schild, welches in der Mitte das Schützenzeichen und außerdem den Namen der Brücke enthält.
30. April 1902: (Mi) Arbeiter sind zur Zeit damit beschäftigt, der Schützenbrücke einen stahlgrauen Anstrich zu geben.
30. Aug. 1903: (So) Auf der Schützenbrücke herrschte während des Vogelschießens in den Nachmittags- und auch in den Abendstunden ein beängstigendes Gedränge. Mehr getragen als gehend gelangte man in etwa einer Viertelstunde über die leise schwankende und durch starke Holzböcke in üblicher Weise gestützte Brücke.
3. März 1905: (Fr) Die Schützenbrücke zeigte am Abend weit über die Häfte einen Läuferbelag, den Spaßvögel irgendwo ausgeführt haben mußten. Der Ulk erregte natürlich bei den Passanten nicht geringe Heiterkeit. /JV/
8. Sept. 1905: Die Schützenbrücke, die seit Jahren zum Vogelschießen wegen der erhöhten Belastung durch den starken Personenverkehr in der Mitte durch einen Balkenaufbau gestützt wurde, weil über ihre Tragfähigkeit Zweifel auftauchten und ängstliche Gemüter besonders die Schwankungen störte, blieb in diesem Jahre ohne diese Vorsichtsmaßregel. Letztere ist vom Stadtbauamte als völlig überflüssig erachtet worden, da die Konstruktion der Brücke dieser Mehrbelastung sehr wohl gewachsen sei. Das Stadtbauamt scheint recht zu haben; man kann nicht sagen, daß die Brücke in diesem Jahre weniger frequentiert worden wäre und die natürlichen Schwankungen lebhafter waren als sonst. /JV/
2. Aug. 1906: (Do) Ein neues Gasleitungsrohr wird über die Schützenbrücke verlegt.
7. Feb. 1907: (Do) Der Aufstieg der Schützenbrücke auf Weninigenjenaer Seite bildete in der im Schützenhaus stattgefundenen Versammlung von Interessenten betreffs "Vogelschießen-Reform" den Gegenstand allgemeiner Kritik. Die eisenbeschlagenen Holzstufen sind nicht nur bei der jetzigen Witterung, sondern auch bei feuchtem Wetter wegen ihrer tückischen Glätte für die Passanten äußerst gefährlich und wurde eine Beseitigung als dringend wünschenswert bezeichet. Dabei wurde daran erinnert, daß mit Uebergabe der "Dreierbrücke" an die Stadtgemeinde Jena auch ein Kapital von 20.000 Mark ausgehändigt worden sei, von dessen Zinsen ebenso Steinstufen angebracht werden könnten, wie auf Jenaer Seite. /JV/
13. Feb. 1907: (Mi) Außerordentlicher Gesellschaftsabend der Schützengesellschaft: Erinnerungsfeier an die vor 25 Jahren stattgefundene Einweihung der Schützenbrücke ("Dreierbrücke").
27. Juni 1908: (Sa) Die Schützenbrücke bekommt seit einigen Tagen einen neuen Bohlenbelag, der – um den Verkehr nicht zu beeinträchtigen – etappenweise eingebaut wird.
5. Feb. 1909: Das Hochwasser erreicht an der Schützenbrücke einen Stand von 1.52 m über dem dortigen Normal-Pegel der Saale - siehe dazu auch den 25. Nov. 1890.
8. Feb. 1909: Die Schützenbrücke ist durch den Eisgang während der letzten Tage ebenfalls beschädigt worden. Einige Holzbalken wurden dermaßen mitgenommen, daß man es für geboten hielt, die Brücke durch einen Lattenverschlag abzusperren. Das hinderte aber einigen Personen nicht, die am Sonntag abend vermutlich einem Bockbierfest auf Wenigenjenaer Seite zustrebten, das Hindernis zu übersteigen.
17. Juni 1909: (Do) Der Stadtbaudirektor Bandtlow schreibt den Neuanstrich der Schützenbrücke aus, Angebote bis 23. Juni, 11 Uhr.
17. Juni 1909: (Do) Die Schützenbrücke wird im Verlauf der nächsten Tage einer bemerkenswerten Umänderung unterzogen. Der von den Gemeindebehörden Wenigenjenas schon lange gestellte Antrag auf Beseitigung des gefährlichen Brückenaufstieges auf Wenigenjenaer Seite wird nun endlich von der Stadtgemeinde Jena berücksichtigt. Der Aufstieg soll auch an einer anderen Stelle erfolgen, entsprechende Erdarbeiten sind bereits im Gange und ein Teil des Materials ist bereits angefahren worden. /JV/
12. Juli 1909: (Mo) Die Schützenbrücke, die auf der Wenigenjenaer Seite einen anderen Aufstieg erhalten soll, erfährt jetzt nach einer gründlichen Säuberung des ganzen Eisenmaterials einen neuen Anstrich. Allerdings sollen sich wieder bei Vergebung der Arbeiten recht wunderliche Submissionsblüten bemerkbar gemacht haben.
7. Aug. 1913: (Mo) Für eine neue Schützenbrücke im Zuge der Paradiesstraße und Schützenstraße werden Projektunterlagen erarbeitet und öffentlich ausgelegt, die aber wegen des kommenden Krieges nicht zur Ausführung gelangen. /JZ/ /JV/
30. Okt. 1913 (Do) Die Pläne der neuen Schützenbrücke, die jetzt dem Staatsministerium vorliegen, sollen vollständig ungenügend sein und einer gänzlichen Umarbeitung bedürfen... /JV/
5. Juni 1915: Der Gemeinderat erwägt die Aufstellung einer Notbrücke für die Schützenbrücke, dringlicher wird die Notbrücke aber für den Wiesensteg gesehen. /JZ/
4. Nov. 1921: (Fr) Der Farbanstrich der Schützenbrücke wird erneuert, der obere Teil konnte endlich fertiggestellt werden. Die Brücke ist noch wichtige Übergangstelle, aber die wegen ihrer geringen Breite fehlende Befahrbarkeit wird immer schmerzlicher vermißt.
25. Juli 1922: (Di) Ausbesserung bzw. Erneuerung des Bohlenbelages der Schützenbrücke. Dazu mußte die Brücke gesperrt werden und die Passanten hatten für eine Mark die Fähre zu benutzen.
8. Mai 1926: (Sa) Das Projekt zum Bau einer befahrbaren neuen Schützenbrücke soll unverzüglich in Angriff genommen werden. Dazu wird der Entwurf von 1913 herangezogen, der eine Gesamtbreite von 12 m vorsieht, davon 7.5 m Fahrbahn. /JZ/
28. Juli 1926: (Mi) In der Jenaischen Zeitung wird mit dem Ende der Benutzung einer Behelfsbrücke zur kurzen Anbindung der Wettkampforte des Kreisturnfestes an die Stadt zum ersten Mal öffentlich der Gedanke geäußert, ob die Schützenbrücke statt ins alte Eisen zu wandern, an dieser Stelle ihre flußüberspannende Tätigkeit fortsetzen könnte.
17. Sept. 1926: (Fr) Der Schützenbrücken-Neubau wird vom Stadtrat genehmigt … zwecks Vorbereitung und Durchführung der Bauarbeitung soll die Einstellung eines Diplomingenieurs erfolgen … Ausschreibungsunterlagen sind zu veröffentlichen … Baubeginn im Herbst. /JZ/
11. Nov. 1927: (Fr) Der Abbruch der eisernen Schützenbrücke wird in absehbarer Zeit erfolgen. Jetzt ist die Gasrohrleitung entfernt worden, die an der Nordseite der Brücke befestigt war.
7. Dez. 1927: (Mi) Mit dem heutigen Tag wird der eiserne Schützensteg, der fast ein halbes Jahrhundert den Fußgängerverkehr zwischen den einzelnen Ortsteilen auf dem östlichen Ufer der Saale und Altjena vermittelte, in den vorläufigen Ruhestand gesetzt. Der Abtransport des Schützensteges sollte sofort beginnen, was aber der starke Frost verhinderte.
Mit der Sperrung der Schützenbrücke wird die neue Paradiesbrücke provisorisch für den Fußgängerverkehr frei gegeben.
24. Jan. 1928: (Di) Richtmeister Hormann von der Fabrik für Eisenhoch- und Brückenbau Louis Eilers (Hannover-Herrenhausen) meldet sich wegen der Umsetzung des alten Schützensteges bei der Bauleitung der Paradiesbrücke.
1. Feb. 1928: (Mi) Heute Vormittag begann zwischen 10 und 11 Uhr der Transport der alten Schützenbrücke. Mittels Seilwinde wurde sie von ihren Pfeilern auf einen Schienenstrang am südlichen Ufer und Pontons auf der nördlichen Flußseite gezogen.
4. Feb. 1928: (Sa) Die Schützenbrücke wurde an einer Trennspalte in zwei ungleiche Teile zerlegt, ohne dabei die eigentliche Konstruktion zerstören zu müssen.
8. Feb. 1928: (Mi) Die zum Zweck des Transports in zwei Teile zerlegte Schützenbrücke ist vollständig an Land gezogen worden und befindet sich auf dem Weg durch die Wöllnitzer Wiesen zu ihrem neuen Standort.
15. Feb. 1928: (Mi) Am neuen Bestimmungsort der Schützenbrücke sind an jedem Ufer zwei Betonpfeiler im Bau, wovon die beiden Inneren im Flußbett stehen. Augenscheinlich ist die Brücke zu kurz, um von Ufer zu Ufer zu reichen, so daß beiderseits Verlängerungen angesetzt werden müssen, wie es bei dem bisherigen Standort der Brücke wenigstens auf der Ostseite der Fall war. /JV/
21. Feb. 1928: (Di) Die alte Schützenbrücke, die wieder zusammengebaut worden ist, befindet sich zur Zeit auf ihrer Wanderung durch die Wöllnitzer Wiesen.
27. Feb. 1928: (Mo) Die Schützenbrücke hat die Zeit ihrer Erdenwanderung über die Wöllnitzer Wiesen hinter sich. Sie liegt jetzt am Ufer der Saale etwa 50 Meter unterhalb der Pfeiler, die sie aufnehmen sollen, die aber anscheinend noch nicht ganz fertig sind.
2. März 1928: (Sa) Die alten Pfeiler der Schützenbrücke sind beseitigt worden, der rechte Pfeiler befand sich jetzt wegen der Verbreiterung des Saalebettes fast in Flußmitte.
3. März 1928: (Sa) Gegen ½6 Uhr wurde der eiserne Steg mit einem genialen Schwenk über die Saale geschafft und am folgenden Tag auf die Schieber gelegt.
1. April 1928: (So) Einige Besucher "eröffneten" den Fußgängerverkehr über die ehemalige Schützenbrücke, indem sie nach dem Fußballspiel den Rückweg zur Stadt über diesen Steg nahmen. Das illegale Tun wurden schließlich durch einen schnell herbei geeilten Wachtmeister unterbunden, weil die landseitigen Aufgänge und deren Geländer noch nicht fertig gestellt sind. /JV/
14. Juni 1928: (Do) Die um eine Strecke stromaufwärts verlegte alte "Schützenbrücke" wird fast zeitgleich mit der Einweihung der Paradiesbrücke in "Spielplatzsteg" umbenannt.
29. Aug. 1928: (Mi) Seitlich der nach hier versetzten Schützenbrücke werden Gas- und Wasserleitungen zum Stadion verlegt.
12. Okt. 1928: (Fr) Die neue Fußgängerbrücke zwischen der Kahlaischen Straße und der Rasenmühleninsel wurde dem Verkehr übergeben. Damit wird in Verbindung mit dem "Spielplatzsteg" (alte "Schützenbrücke") die direkte Verbindung zu den Sport- und Spielplätzen ermöglicht.

Anhang:

Weitere Bilder von der Schützenbrücke...


Quellen: /JZ/, /JV/ - entsprechende Jahrgänge.

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Jena, den 30. März 2006 -